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17. Juni 2022, 18.30 Uhr

Amineh Kakabaveh - Eine Peschmerga im Parlament

Im Herbst 2021 ruhte das Schicksal der schwedischen Regierung auf ihren Schultern. Jetzt ist Aminehs Kakabavehs Kampf aktueller denn je. Sie will die Menschenrechte der etwa 40 Millionen Kurd*innen (12 Millionen im Iran, die Subjekt der Repression seitens des islamistischen Regime sind) nicht einem Nato-Beitritt Schwedens opfern. Der türkische Präsident Erdoğan droht mit der Blockierung des Beitritts Schwedens zur Nato und kritisiert gleichzeitig Schwedens Aufnahme kurdischer Geflüchteter. Das klingt nach Erpressung.

Vortrag und Diskussion mit Amineh Kakabaveh

Ort: Q1 – Eins im Quartier – Haus für Kultur, Religion und Soziales, Halbachstraße 1, 44793 Bochum

Einlass: 18.30 Uhr
Beginn 19.00 Uhr
Ende: 20.30 Uhr

(Maskenpflicht bitte beachten.)

  • Beschreibung

Vortrag und Diskussion mit Amineh Kakabaveh, Abgeordnete im schwedischen Parlament

Veranstaltung des Fritz Bauer Forums
in Kooperation mit dem Friedensplenum Bochum, der DFG-VK, Rojava-Solidarität Bochum und medica mondiale e.V.

Es begrüßen Sie bzw. diskutieren mit:

  • Amineh Kakabaveh (Abgeordnete im schwedischen Parlament)
  • Dr. Irmtrud Wojak (Fritz Bauer Forum)
  • Martin Budich (Friedensplenum Bochum und DFG-VK)
  • Maria Zemp (Frauenrechtsaktivistin und selbständige Traumatherapeutin, für medica mondiale e.V. berät sie regelmäßig eine Frauenorganisation in der Autonomen Republik Kurdistan im Nordirak)

Bereits im Juli 2021 ruhte das Schicksal der schwedischen Regierung zwei Wochen lang auf den Schultern einer der offensten und unabhängigsten Abgeordneten des Landes. Amineh Kakabaveh, eine ehemalige kurdische Peshmerga (Guerillakämpferin) mit Wurzeln im Iran, sie hat ein dramatisches und beeindruckendes Leben. Die willensstarke und kämpferische Frau, eine Sozialistin, hat ihr ganzes Leben lang für Freiheit und Gerechtigkeit gekämpft, insbesondere für die Rechte von Frauen in traditionellen Kulturen und gegen Ehrverbrechen und religiösen Fundamentalismus. Durch Amineh Kakabavehs Stimme wurde Madgalena Andersson 2021 zur Ministerpräsidentin von Schweden gewählt.

Heute ist ihr Kampf aktueller denn je. Wieder ist ihre Stimme entscheidend, denn sie will die Menschenrechte der etwa 40 Millionen Kurd*innen (12 Millionen im Iran, die Subjekt der Repression seitens des islamistischen Regimes sind) nicht einem Nato-Beitritt Schwedens opfern.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan droht mit der Blockierung des infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine geplanten Beitritts Schwedens zur Nato und kritisiert gleichzeitig Schwedens Aufnahme kurdischer Geflüchteter. Das klingt nach Erpressung. Der türkische Präsident erklärte am 13. Mai 2022, Schweden (und Finnland, das ebenfalls in die NATO will) seien “terroristisch”, da sie die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) unterstützen.

Amineh Kakabavehs bewegende Autobiografie, verfasst gemeinsam mit Johan Ohlson, schildert ihren außergewöhnlichen Weg und ist gerade in der “Fritz Bauer Bibliothek” der BUXUS EDITION erschienen. Seit 2005 ist sie Präsidentin von Ni Putes Ni Soumises („weder Hure noch unterwürfig“), eine gemeinnützige Organisation, die gegen die patriarchalische Unterdrückung von Frauen in den armen Vorstädten Schwedens kämpft. Sie kämpft gegen die Ehrverbrechen. 2016 wurde sie zur „Schwedin des Jahres“ gewählt.


Stimmen zu „Amineh – Nicht größer als eine Kalaschnikow“

„Bei der Lektüre von Aminehs spannendem und wichtigem Buch haben mich ihr dramatischer Weg in die Freiheit und ihr Mut beeindruckt, aber ich empfand auch tiefe Trauer. Iran mit seinen wunderbaren Menschen und seiner reichen Kultur hätte seinen Platz unter den säkularen, liberalen Demokratien der Welt einnehmen können, wären der Schah und seine US-amerikanischen Kumpane nicht so kurzsichtig gewesen: Was für ein Verlust!“
⏤ Björn Ulvaeus Künstler, ABBA

„‚Amineh – Nicht größer als eine Kalaschnikow‘ ist eine faszinierende Geschichte. In ihrer einzigartigen Biografie schildert Kakabaveh nicht nur Engagement und Erfahrungen, die weit über den schwedischen Alltag hinausgehen, sondern auch eine politische Haltung. Dabei fusst ihre Sichtweise nicht auf einer speziellen Identität als kurdische Einwanderin, sondern auf den universellen Werten, welche uns als Menschen einen.“
⏤ Ann Charlott Alstadt, Aftonbladet

„Eine packende, mit großer Offenheit geschriebene Geschichte über Widerstandskraft trotz verschwindend geringer Erfolgsaussichten. Im Rahmen einer fesselnden Tour de Force beleuchtet das Buch den Einfallsreichtum kurdischer Frauen und ihren Kampf um Gleichberechtigung. Aminehs Bericht über eine von Armut, Krieg, Revolution und Exil geprägte Kindheit beschreibt dabei die Umwälzungen, denen Millionen kurdischer Menschen ausgesetzt waren.“
⏤ Masih Alinejad, iranischstämmige Journalistin und Frauenrechtsaktivistin

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