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18. APRIL 2024 | 18.00 - 19.30 UHR

Esther Mujawayo-Keiner | „…weil ich nicht glaubte, dass es eine Gerechtigkeit geben kann.“

DIE AUFARBEITUNG DES GENOZIDS IN RUANDA

Vortrag und Diskussion mit Dr. Esther Mujawayo-Keiner (Traumatherapeutin, Düsseldorf, Überlebende des Genozids in Ruanda)

 

Ort: Fritz Bauer Bibliothek, Feldmark 107, 44803 Bochum

Eintritt: Frei (wir freuen uns über Spenden)

 

Wichtiger Hinweis
Es gibt aktuell noch keinen barrierefreien Zugang zu den sanitären Anlagen. Sie sind nur mit Begleitperson erreichbar!

 

  • Beschreibung

Der Genozid in Ruanda fand vom 7. April bis Mitte Juli 1994 statt. Etwa 1 Million Menschen wurden getötet, als Angehörige der Hutu-Mehrheit die Minderheit der Tutsi sowie widerständige Hutu verfolgten. Eine humanitäre Intervention von Seiten der UN gab es nicht, Frankreich wurde eine Beteiligung an den Verbrechen vorgeworfen. Zur juristischen Aufarbeitung der Verbrechen gab es Prozesse in Ruanda selbst, vor dem Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda im tansanischen Arusha und von 2005 bis 2012 vor sogenannten Gacaca-Gerichten in Ruanda. Bei diesen urteilten zuvor gewählte Laienrichter in öffentlichen Versammlungen. Doch viele der Täter*innen blieben ihr Leben lang unverfolgt, leben noch heute ohne Konsequenzen weiter. Gleichzeitig kämpfen die Überlebenden mit ihren Erinnerungen und der Trauer um ihre Angehörigen und Freund*innen.

Esther Mujawayo-Keiner hat selbst als Zeugin vor Gericht ausgesagt und war an der Erfassung vieler Täter beteiligt. Welche Rolle spielt die juristische Aufarbeitung des Genozids? Was hat der Internationale Strafgerichtshof bewirkt? Wie ging die ruandische Gesellschaft mit den Tätern und den Überlebenden um und was können wir daraus lernen? Und auch: wie können die nachfolgenden Generationen geschützt werden?

Diese und weitere Fragen möchten wir in einem Vortrag und Gespräch mit Esther Mujawayo-Keiner näher untersuchen.

Esther Mujawayo-Keiner verlor während des Genozids in Ruanda ihren Mann und 17 Familienmitglieder. Sie überlebte mit ihren beiden kleinen Töchtern in Kigali. Zusammen mit 50 weiteren Frauen gründete sei die Organisation „AVEGA“, der sich vor allem um die Frauen kümmerte, die ihr Leben komplett neu aufbauen mussten. Der Verein bietet medizinische Versorgung an, macht Bildungsarbeit, vergibt Kleinkredite und unterstützt die Überlebenden in den verschiedensten Belangen. Heute arbeitet sie als Traumatherapeutin für schwer traumatisierte Geflüchtete in Düsseldorf, schreibt Bücher und hält Vorträge.

Eine Veranstaltung des Fritz Bauer Forums in Kooperation mit der Medizinischen Flüchtlingshilfe Bochum.

 

Kontakt: magdalena.koehler@buxus-stiftung.de

 

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